Paola Battelli mit ihrer GS.
Paola Battelli mit ihrer GS. © Michele Limina

"Ich brauche die Herausforderung"

Porträt: Paola Battelli

Von Dimitri Hüppi
12.04.2017 12:19:49

Die 74-jährige Paola Battelli ist absolut töffbegeistert. Und wenn sie nicht gerade in Zürich ihrer geliebten Arbeit nachgeht, erkundet sie mit ihrer BMW R 1200 GS die Welt.

Paola Battelli hat definitiv Benzin im Blut: In ihrer Tiefgarage stehen nicht nur vier Autos, sondern auch eine wassergekühlte BMW R 1200 GS, mit der sie in der Saison die 10'000-Kilometer-Marke locker knackt! "Im letzten Jahr bin ich auf über 17'000 Töff-Kilometer gekommen", erzählt sie und strahlt.  Beachtlich! Erst recht angesichts ihres Alters.

Unser Rendez-vous findet übrigens in Paolas Büro in der Apotheke Fluntern in Zürich, die sie als verantwortliche Apothekerin leitet, statt. Ja, sie steht auch noch mitten im Berufsleben! "Es ist spannend, hier zu arbeiten", sagt sie. Man sieht sofort, dass ihr die Tätigkeit grossen Spass macht und ist auch nicht wirklich überrascht, wenn sie sagt: "Ich will arbeiten bis zum Tod." Aktiv und dabei fit zu bleiben, ist ihre grösste Motivation.

Zweimal im Jahr drei Wochen auf Töfftour zu gehen, strebt die energiegeladene gebürtige Italienerin mindestens an. Sie fährt zwar auch in der Schweiz Töff, "doch wenn ich mich schon in die komplette Montur stürze, dann möchte ich auch wirklich fahren und nicht nach 50 Kilometern wieder absteigen, um Kaffee zu trinken." In der Vergangenheit war Paola immer wieder auch im Gelände unterwegs – etwa 2012 in Argentinien. "Dort wurde die Piste aber plötzlich extrem schwierig, und ich stürzte. Seither verzichte ich auf Offroad." Ihre grossen Reisen im letzten Jahr führten Paola im Frühling durch Marokko und im Sommer durch Albanien, Bulgarien, die Republik Kosovo und Rumänien – wie üblich zusammen mit ihren Freunden vom BMW Club Palermo. Doch auch fahrintensive Wochenendtrips – etwa nach Korsika – sind bei ihr die Regel.

Paola hat es mit ihrem liebsten Hobby (sie spielt u. a. auch Golf, fährt Ski und sogar Snowboard) wie mit dem Arbeiten: Aufhören ist keine Option. "Ich hatte auch mal ein Motorboot, das mir aber verleidet ist. Beim Motorradfahren ist das anders. Es ist eine physische Anstrengung und man muss immer wieder sein Können zeigen. Es ist für mich eine Herausforderung. Und die brauche ich."

Angefangen hat Paola ihre Motorradkarriere mit etwa 50 Jahren, als ihre Töchter Mofas bekamen, um sich beim Ferienhaus in der Toskana selbstständig bewegen zu können. "Eines Tages hab auch ich mich mal auf ein solches 'Ciao' gesetzt. Und es hat mir Spass gemacht." Daraufhin kaufte sie sich eine 125er Vespa, mit der sie ihre erste Ausfahrt gleich von Zürich ins Engadin machte. Später folgten verschiedene Motorräder, zahlreiche Reisen und damit verbunden auch viele Motorradfreundschaften auf der ganzen Welt...

KURZ 
BIOGRAFIE


Paola Battelli wurde im August 1942 in Rom geboren. Ihre Kindheit prägten lange Wander-Sommer­ferien in den Dolomiten mit ihren Eltern. Von 1960 bis 65 studierte sie in Rom Chemie und Pharmazie und dank eines Stipendiums von 1967 bis 71 nochmals Pharmazie an der ETH Zürich. Beide Studien schloss Paola jeweils mit dem Doktortitel ab. Nach dem Studium blieb Paola in der Schweiz und heiratete. Drei Töchter gingen aus der Ehe hervor. Auch sie fahren (im Gegensatz zu Paolas Mann) heute Motorrad.
Schöner Adventure-Look? Diese Aluboxen sind mehr als nur Schein! Die Aufkleber verraten, wo sie schon überall on- und offroad unterwegs waren. Schöner Adventure-Look? Diese Aluboxen sind mehr als nur Schein! Die Aufkleber verraten, wo sie schon überall on- und offroad unterwegs waren. © Michele Limina