| ER-6n: Auch die Mittelklasse definiert sich zunehmend übers Design. |
Kawasaki ER-6n
Jackpot
Minimaler finanzieller Aufwand bei maximalem fahrerischen Ertrag. Eine Maxime, die sich immer mehr Töfffahrer zum Programm machen. Zum Beispiel, indem sie sich den emsigen Mittelklasse-Flitzer ER-6n zulegen, der für die Grünen in den vergangenen drei Jahren ein echter Segen war. Vom grossen Erfolg will Kawasaki auch in Zukunft zehren, weshalb die ER-6n grundlegend überarbeitet in ihr viertes Modelljahr rollt.
Kantiger, aggressiver, frecher
Inzwischen ist bei der Festigung des Kaufentscheids die Optik wohl der wichtigste Faktor geworden. Das weiss man auch bei Kawasaki, weshalb der besonders im Heckbereich doch recht braven Alt-ER-6n ein Facelift verordnet wurde. Das Resultat lässt sich sehen. Zudem haben Käuferbefragungen zu begrüssenswerten Verbesserungen geführt: Das neu eingeführte hintere Schutzblech beispielsweise. Oder die tiefer verschraubten Alu-Haltegriffe für einen entspannten Sozius sowie die Benzinstandsanzeige.
Auf mich warten die sonnengefluteten Küstenstrassen Mallorcas, die ich sowohl mit der Standard- wie mit der gegen einen Aufpreis von Fr. 600.– erhältlichen ABS-Version unter die Räder nehmen werde. Der Preis für die ab Januar lieferbare ER-6n war bei Redaktionsschluss übrigens noch nicht bekannt.
Ein kleines Drehzahlwunder
Zeit, dem 72 PS starken Gegenläufer-Parallel-Twin mit 649 ccm Hubraum Leben einzuhauchen. Auf Kommando erwacht dieser anstandslos und äussert seine Lebensfreude mit einem satt-dumpfen- aber nie aufdringlichen Brummen. Die recht leichtgängige Kupplung gezogen, den ersten von sechs Gängen eingelegt, und schon legen wir los.
Schon auf den ersten Kilometern wird mir klar, dass hier eine der umgänglichsten Kraftquellen für Vortrieb sorgt, die der Markt derzeit zu bieten hat. Toll, wie dieser Reihenzweier schon ab 1000/min einen vorbildlichen Rundlauf hinlegt. Am häufigsten bewegt man die ER im Normalbetrieb zwischen 3000/min und der Marke des maximalen Drehmoments von 66 Nm bei 7000/min. Und ja, der Antritt reicht aus und macht auch gehörig Spass. Schon bald offenbart sich das zweite Gesicht des pflegeleichten Twins: Unglaublich, in welche Drehzahlbereiche sich dieser (Mittelklasse-)Motor voller Elan wagt. 8000, 9000, jetzt sind wir schon bei 10 000/min. Der Vortrieb nimmt linear zu, bleibt aber stets völlig überschaubar und absolut easy zu kontrollieren.
Schwing’ das Ding
Das Erste, was am Fahrwerk der ER-6n positiv auffällt, ist die schier grenzenlose Schräglagenfreiheit. Was das eher soft abgestimmte Fahrwerk betrifft, hat mich die ER-6n überrascht und zugleich überzeugt. Kaum zu glauben, wie schnell und sicher man mit ihr auch auf gezeichnetem Asphalt unterwegs sein kann.
Nicht ohne mein ABS
Interessantes auch bei den Bremsen: Wer zusätzliche 600 Franken für die ABS-Version mit optimierter Software investiert, hat nicht nur in einen sichereren Töff mit besserem Wiederverkaufswert investiert: Die ABS-Version bremst wesentlich besser als die Standard.
Erfolgsgeschichte geht weiter
Egal, ob als Kurvenwetzer, Reisebegleiter, «Poschti-Töff», Pendler-Kutsche, Schwiegermutter-Imponier-Gerät, Disco-Taxi oder als Einsteiger-Töff eingesetzt, die treue ER-6n ist sich für keine dieser Disziplinen zu schade und meistert sie mit Bravour.
Einen ausführlichen Artikel zur Kawasaki ER-6n lest ihr in TÖFF 12/2008. Ab sofort am Kiosk.


