Ratgeber:
Afrika für Selbstfahrer
Bei einem Abenteuerurlaub spielt eine gute und vollständige Ausrüstung natürlich eine wichtige Rolle. Auf unseren bisherigen Afrika-Reisen konnten wir zahlreiche Erfahrungen in Bezug auf die Anforderungen einer Afrika-Tauglichen Ausrüstung gewinnen – nachfolgend ein paar Infos zu diesem Thema.
Motorrad
Grundsätzlich empfehlen wir nicht unbedingt den neuesten und besten Töff zu kaufen, zumal die Maschine auf einer Afrika-Tour doch stark hergenommen wird und dadurch der Wertverlust hoch ist. Wenn man das Motorrad auch auf «normalen» Touren nutzen möchte, bietet sich an, eine Occassions-Reise-Enduro à la BMW GS, MZ Baghira, Yamaha XT oder Suzuki DR zu kaufen. Diese Maschinen bieten einen guten Kompromiss zwischen Geländegängigkeit, Komfort, Reichweite und Beladungsmöglichkeiten. Wenn das Motorrad nicht zu viele Kilometer hat, kann es ruhig auch 10 Jahre alt sein. Für um die 5000 Franken sollte man auf jeden Fall ein ordentliches Afrika-Motorrad bekommen.
Eine KTM LC4 Adventure ist natürlich ein tolles Motorrad, KTM’s haben aber unter Töff-Globetrottern den Ruf, nicht ganz so standfest zu sein wie die vorher genannten Enduros. Eine BMW GS ist zwar schwerer und nicht so lässig im schweren Gelände zu bewegen, aber dafür sehr zuverlässig und praktisch. Nachteil: BMWs werden auf dem Occasionsmarkt hoch gehandelt.
Pneus / Tank
Als Erstes benötigt man unbedingt die richtigen Pneus, da sollten keine Kompromisse eingegangen werden. Die Michelin Desert sind eine gute Wahl, sind aber nicht ganz billig. Zusätzlich empfehlen wir den Einbau dickerer Enduro-Schläuche und Reifenhalter. Einen Ersatzreifen braucht man eigentlich nicht, das Profil der Desert ist so hart, dass sie 10 000 Kilometer durchhalten. Mitzunehmen ist je ein Ersatzschlauch für vorne und hinten und natürlich Flickzeug.
Abhängig von der Routenplanung ist bei einer Afrika-Reise die Reichweite sehr wichtig. Je grösser der Tank, desto besser. Besonders wenn, wie im vorliegenden Fall meiner MZ Baghira, nur ein 13-Liter-Tank Serienausstattung ist. Dann kann man sich natürlich überlegen, noch etwa 20 Liter Benzin in Form von Reservekanistern ans Moped zu binden. Jedoch wohin mit all dem anderen Krempel (Zelt, Ersatzteile etc.)? Abgesehen davon, ist die Fuhre mit 20-Liter-Stahlkanistern am Heck so schwerpunktungünstig beladen, dass sie im Weichsand nahezu unfahrbar wird. Gewicht sparen ist oberstes Gebot: Also ein ausreichend grosser Tank muss her, ein stabiles Trägersystem und Satteltaschen oder Aluboxen fürs Gepäck. Entweder man brutzelt sich das alles selbst zusammen, oder man wendet sich an einen Expeditionsumrüster, wie z.B. die Firma Touratech, Schlatt/Paradies (TG).
Auf dem Occasionsmarkt gibt es je nach Modell günstige, grössere Tanks zu kaufen, als in der Serie verbaut werden (Acerbis). Die Yamaha XT hat original ein Tankvolumen von nur 15 Litern, die BMW fasst immerhin 22 Liter. Wer also nur ausnahmsweise dünnbesiedelte Gegenden auf Nebenpisten befährt, der kann bei Bedarf auch zusätzliche Benzinkanister mitnehmen. Bei grösseren Entfernungen ist das nicht mehr praktikabel, in der Sahara oder in Zaire braucht man schon mal 50 Liter Spritreserve.
Wer also Sonderwünsche hat oder ein Motorrad besitzt, für das es keine grösseren Tanks von der Stange gibt, der kann sich vertrauensvoll an die Enduro-Manufaktur in Oberhelfenschwil (SG) wenden (www.enduro-manufaktur.ch).
Ersatzteile / Werkzeug
Als Ersatzteile sollte man unbedingt noch eine Antriebskette, mehrere Kettenschlösser, gute Reifenheber, eine gute Luftpumpe, Reifenventile, ein Liter Motoröl, Ölfilter, Reparaturanleitung, Kupplungszug, Zündkerze und ausreichend «Kleinteile» wie Schrauben, Muttern, Isolierband, Sicherungen etc. mitnehmen.
Die Werkzeugauswahl hängt natürlich vom Motorradmodell ab, ein Multi-Tool (z.B. Victorinox) hat sich für Kleinreparaturen auf unseren Reisen bestens bewährt.
Wichtig bei Ersatzteilen und Werkzeug: Hier bekommt man sehr schnell jede Menge Gewicht zusammen. Deshalb nur das Notwendigste zusammenstellen, jedes Gramm weniger macht die Sache im Gelände einfacher. Wenn man einen Reisepartner hat, dann kann man sich gerade beim Werkzeug die schwere Last aufteilen!
Je nachdem, was man bereits besitzt, kommt beim Werkzeug und Ersatzteilkauf und den Reifen gleich mal eine Rechnung von über 1000 Franken zusammen.
Federelemente
Bei so ziemlich den meisten alten japanischen Enduros ist das hintere Federelement dem verschärften Reiseeinsatz mit voller Beladung nicht gewachsen. Öhlins, Technoflex oder wie bei unserer MZ bereits serienmässig verbaut ¬– White Power – sind dafür am besten geeignet. Eine Umrüstung ist bei der MZ-Baghira also nicht nötig. Einzig die Gabel muss durch nachträgliche Montage von Faltenbälgen vor der Einwirkung des Sandes geschützt werden.
Navigation
Verfahren in Afrika ist im Gegensatz zu unseren Gefilden nicht nur mit ein bisschen Ärger verbunden, sondern kann bedrohlich, ja sogar lebensgefährlich werden. Darum ist Orientierung so wichtig! Dazu ist im Hightech-Zeitalter nur ein Stichwort zu sagen: Satellitennavigation. GPS heisst das Zauberwort: Global Positioning System. Klar, der gute alte Kompass tut’s auch. Dennoch, wer mit einem GPS-Gerät und dem entsprechenden Kartenmaterial umgehen kann, wird im völlig unbekannten Terrain quasi fast zum ortskundigen Einheimischen. Und das schon zuhause, denn alle Touren sind dank Software und Schnittstelle am PC planbar und aufs GPS überspielbar. Touratech hat ein ganzes Sortiment von GPS-Geräten, Navigationssoftware und digitalisierten Detailkarten im Programm.
Gepäck / Ausrüstung
Ein kleiner Tankrucksack ist nicht schlecht. Sehr gut bewährt haben sich Modelle mit Seitentaschen (Touratech). Für das hintere Gepäck würden wir eine grosse, wasserfeste Gepäckrolle nehmen (muss nicht unbedingt von Ortlieb sein) und Satteltaschen. Das Ortlieb-Modell bietet hier deutliche Vorteile gegenüber der Konkurrenz, da die Ortlieb-Packtaschen vollständig wasserdicht sind und ohne Reissverschlüsse auskommen. Das ist wichtig, weil Sand, Staub und Schlamm die Reissverschlüsse zerstören können und im Falle von Niederschlägen oder Wasserdurchfahrten bei diesen Modellen Regenhauben zwingend montiert werden müssen. Von Alu-Koffern raten wir ab, bei Stürzen kann man sich da leicht dran verletzen. Zusätzlich sollte man noch einen kleinen Rucksack mitnehmen. Sehr wichtig: Ausreichend Gepäckspanner, auch ein paar grössere Spannsets mit Ratsche.
Camping
Für den Transport von Trinkwasser empfehlen wir Wassersäcke aus Kunststoff (z.B. Ortlieb) – teuer, aber sehr praktisch. In Gegenden, wo mitgeführtes Wasser überlebenswichtig ist, sollte man aber lieber auf stabilere Kanister setzen.
Sehr wichtig ist auch ein richtig warmer Schlafsack und eine aufblasbare Isomatte (Therm-a-Rest). Im Winter wird es beispielsweise in der Sahara wirklich sau kalt. Ein zusätzliches Seideninlett ist zwar teuer, macht aber nicht nur hier wirklich Sinn. In heissen Tropennächten lässt man den warmen Schlafsack einfach in der Hülle und benützt den dünnen Innenschlafsack.
Das Zelt muss nicht unbedingt das neueste und teuerste sein, aber unbedingt ein Aluminiumgestänge haben. GFK-Stangen sind weniger sturmfest und im Falle eines Bruchs schwerer zu reparieren. Wichtig sind gute Heringe, welche für sehr harten Boden geeignet sind, je nach Zelt zusätzlich auch breite Sandheringe.
Eine kleine Taschenlampe, Micropur für die Wasserentkeimung, Nähzeug und anderes Kleinzeug gehören natürlich auch mit ins Reisegepäck ¬– aber immer dran denken: Gewicht sparen!
Klamotten
Ganz wichtig sind stabile Enduro-Stiefel. Die kosten zwar schon mal über 300 Franken, aber die braucht man wirklich unbedingt. Denn vor einem Sturz auf einer schwierigen Weichsandpassage oder einer verschlammten Urwaldpiste ist keiner gefeit. Und die Dinger schützen im Gelände vor unnötigen Verletzungen! Zusätzlich sollte man auf jeden Fall fürs Trekking oder den Gang zur Strandbar noch leichte Sportschuhe mitnehmen.
Als Jacke empfehlen wir eine leichte Enduro-Jacke mit zahlreichen Taschen. Hi-Tech-Jacken mit atmungsaktiven Membranen bringens in unseren Augen nicht wirklich in den feuchtheissen Gegenden Afrikas. Gut ist eine Jacke mit herausnehmbarem Thermofutter.
Hose: Keine reinen Kunststoffhosen mit dickem Innenfutter kaufen, da kommt man nur ins Schwitzen. Lieber eine leichtere Hose und zusätzlich Funktionsunterwäsche (TÖFF 01/07, Seite 56) drunterziehen.
Handschuhe, Helm und Nierengurt sind natürlich Pflicht. Generell sollte man so wenig Klamotten wie möglich mitnehmen, waschen kann man ja unterwegs auch, und Dreck gehört zu solch einem Urlaub halt dazu.
Gesundheitsvorsorge und Medikamente
Vor jedem Afrika-Urlaub ist eine Impfberatung beim Tropenarzt zu empfehlen. Die notwendigen Impfungen wie Tetanus und Hepatitis sind vorzunehmen bzw. aufzufrischen. Gelbfieber und Malariavorsorge ist in Namibia eigentlich nicht vorgeschrieben, empfiehlt sich aber, wenn man in den Norden des Landes will. Natürlich sollte man auch eine möglichst gute Reiseapotheke mitnehmen, Details (auch zu den Impfungen) liest man am besten in den jeweiligen Reiseführern nach.
Zum Thema Malaria: Wir hatten auf unserer Reise 2003 von Kamerun nach Hause zwar Medikamente (Arsumax und Lariam) dabei, aber lediglich als Therapiemittel und nicht zur Prophylaxe, d.h., man nimmt es nur im Falle eines Ausbruchs zur akuten Bekämpfung des Fiebers.
Aufgrund der starken Nebenwirkungen würden wir keine Prophylaxe machen, auch ist die tatsächliche Wirksamkeit nach unseren Erfahrungen eher fragwürdig. Ob man Tabletten zur Vorsorge nimmt oder nicht, soll jeder, natürlich in Absprache mit dem Tropenarzt, für sich selbst entscheiden.
Viel wichtiger ist es, sich erst gar nicht von den Mücken, welche die Malaria übertragen, stechen zu lassen. Für die Mückenabwehr in der Dämmerung sind lange Hosen und Hemden mit langen Ärmeln unbedingte Pflicht. Wer während der Dämmerung halbnackt herumrennt, muss sich nicht wundern wenn sie/er Malaria kriegt. Die unbedeckten Hautstellen, wie Gesicht, Hals und Hände, sollte man mit einem Mückenmittel einreiben. Auch das Schlafen unter freiem Himmel ist in Gebieten mit Malariarisiko ohne Moskitonetz tabu.
Verpflegung
Beim Essen ist es am besten, nur sehr wenig mitzunehmen. Keine Dosen oder Fertiggerichte. Gemüse, Thunfisch, Nudeln oder Reis kann man sich auch in kleineren Dörfern in Afrika besorgen und daraus eine leckere, nahrhafte Suppe zaubern. Maggisuppen und Suppenwürze kann man gut von zuhause mitnehmen, die nehmen nicht viel Platz weg.
Nicht vergessen: Einen robusten Benzinkocher mitnehmen. Die Benzinqualität ist in vielen Ländern Afrikas eher schlecht, deshalb verstopfen die Düsen des Kochers oft. Kocher mit Gaskartuschen sind für Afrika-Reisen ungeeignet, da kein Ersatz für die verbrauchten Kartuschen zu bekommen ist. Outdoor-Läden beraten gerne.
Für das Trinkwasser empfehlen wir neben Wasserentkeimungs-Tropfen (Micropur) noch ein paar Vitamintabletten mitzunehmen. Die machen vor allem einen besseren Geschmack. Nur wer in hygienisch ganz schwierigen Gebieten reist, sollte sich einen Wasserfilter von Katadyn zulegen. Mit dem lässt sich zur Not sogar Wasser aus einer Pfütze noch geniessbar machen (Touratech).
Vor der Reise: Visa
Informationen dazu findet man am besten auf den Internetseiten der Botschaften der EDA. Generell ist zu empfehlen, alle benötigten Visa bereits in der Schweiz zu organisieren. www.eda.admin.ch.
Luftfracht
Luftfracht gilt als problemlose und rasche Transportmöglichkeit. Spielen die Kosten keine Rolle, kann ein Motorrad per Flugzeug an jeden Ort der Welt versendet werden. Wichtig: Zuallererst von möglichst vielen Speditionen Angebote anfordern. Bei der Anfrage sollte man die Abmessungen und das Gewicht seines Fahrzeugs kennen. Einige Unternehmen verfügen bereits über verschieden grosse Spezialpaletten für Motorräder (GS-Sportreisen), auf denen die Maschine ohne grosse Demontage verzurrt wird. Sofern kein Festpreis oder ein besonderes Angebot existiert, wird der Betrag aus dem Volumengewicht der kompletten Fracht errechnet. Die Formel lautet: Länge x Breite x Höhe (in Zentimetern) geteilt durch 6000. Dieser Wert wird schliesslich mit dem Kilopreis multipliziert. Dazu addieren sich noch die Gebühren für das Be- und Entladen, den Zoll, ein Gefahrengutachten und eine mögliche Transportversicherung. Im Zielland können am Flughafen weitere Gebühren anfallen, die erfahrungsgemäss aber nicht sonderlich hoch sind.
Wer sich die Mühe macht, das Motorrad teilweise zu zerlegen (Vorderrad und Lenker demontieren) und es mit einer entsprechend kleinen, selbst gezimmerten Palette oder Kiste aufgibt, kann aufgrund des geringeren Volumens Geld sparen. Vor der Arbeit jedoch mit dem Spediteur eventuelle Anforderungen an die Verpackung absprechen. Für die Kalkulation der Kosten sollte man zudem so genau wie möglich das tatsächliche Gesamtgewicht der Fracht kennen. Sollte dieser Wert höher sein als das Volumengewicht, wird danach der Preis errechnet.
Wer bereit ist, den Rücktransport am Ende der Reise vor Ort zu organisieren, zahlt teilweise deutlich weniger.
Carnet de Passages
Für motorisierte Fernreisende ist ein Carnet de Passages in vielen Ländern Pflicht. Dass es nicht nur einen lästigen Aufwand bei der Ausstellung bedeutet, sondern sogar bisweilen sehr hilfreich sein kann, ist weniger bekannt. Denn dieses Grenzdokument für Kraftfahrzeuge ist von vielen Staaten weltweit offiziell anerkannt. Damit erspart man sich in den meisten dieser Länder eine Verzollung des Fahrzeugs bei der Einreise und eine Entzollung bei der Ausreise. Dass solche Zoll-Prozeduren in ärmeren afrikanischen Staaten oft nicht nur langwierig sind, sondern auch diverse Risiken in sich bergen, ist nicht zu unterschätzen.
Das Prinzip des Carnets ist simpel: Man hinterlegt bei einer Bank eine Bürgschaft, die der theoretisch fälligen Zollsumme für das mitgeführte Fahrzeug in den bereisten Ländern entspricht. Diese Bürgschaft wird einbehalten, wenn das Fahrzeug nicht innerhalb der gesetzlich vorgesehenen Zeit das bereiste Land wieder verlassen hat. So kann man zumindest nicht mehr strafrechtlich belangt werden. Aber die Bürgschaft ist dann natürlich futsch. Die hinterlegte Geldsumme wird erst wieder freigegeben, wenn das Dokument mit den Ein- und Ausreisestempeln aller durchreisten Länder wieder beim Aussteller (TCS) ist und der Schweizer Zoll die Wiedereinfuhr in die Schweiz auf der letzten Seite bestätigt. Fehlt ein Stempel, kann das Motorrad auch ersatzweise bei der Einreise ins Heimatland dem Zoll vorgeführt werden.
Kann die Ausreise des Fahrzeugs an der Grenze nicht bestätigt werden, weil es gestohlen wurde, muss man ersatzweise den Polizeibericht vorlegen. Wurde die Maschine zum Totalschaden, so dass sie nicht mehr ausreisen kann, muss sie unter Zollaufsicht verschrottet werden.
Das Carnet gibt’s beim TCS. Telefon: 022/417 22 67.
Internationaler Führerausweis
In vielen Ländern Afrikas wird ausserdem ein Internationaler Führerausweis benötigt. Er enthält alle Daten des normalen Führerausweises in verschiedenen Sprachen und ist nur in Kombination mit diesem gültig. Das Dokument wird jedoch von den zuständigen Strassenverkehrsämtern nicht mehr ausgestellt.
Finanzielles
In den meisten Ländern Nordafrikas ist das tägliche Leben sehr günstig. In Westafrika sind die Lebenshaltungskosten schon wieder höher, in Ländern wie Südafrika oder Namibia nähert man sich in manchen touristischen Regionen fast schon dem europäischen Preisniveau an. Wenn man die Anschaffungskosten für das Motorrad nicht einrechnet und auch den Grossteil der Ausrüstung schon hat, muss man für einen 3-bis-4 wöchigen Namibiaurlaub auch bei sparsamer Kalkulation wohl um die 5000 Franken ausgeben.
Günstiger wird’s, wenn man den Töff nach dem Urlaub im Reiseland parkt und beim nächsten Urlaub wieder ausmottet. Wir haben dieses Rezept schon zweimal angewendet: Einmal haben wir den Töff nach unserer fünfwöchigen Kamerun-Tour bei einem deutschen Geschäftsmann in Maroua abgestellt. Im nächsten Jahr sind wir dann weitergefahren, quer durch die Sahara, heim in die Schweiz. Auf diese Art verteilt sich die teure Luftfracht auf mehrere Reisen. In weniger entwickelten Ländern gibt es immer Entwicklungshelfer oder ansässige Europäer, die einen Platz wissen, wo man den Töff sicher abstellen kann. In Namibia gibt es sogar Gästefarmen, die sich auf derartige Fahrzeugeinstellungen spezialisiert haben (siehe Infokasten Namibia-Reise in TÖFF 01/07).
Literatur
Sehr empfehlenswert: Motorradreisen zwischen Urlaub und Expedition, von Thomas Trossmann, erschienen im Reise Know-How Verlag, Bielefeld. ISBN: 3894167343
Seien es nun Einreisebestimmungen, Maschinenwahl, Ausrüstung, Belade-Techniken, Fototipps, Orientierungshinweise oder ein ausführlicher Notfallteil – in diesem Buch wurde an alles gedacht. Der Guide eignet sich deshalb hervorragend zur vorausschauenden Planung auch anderer Extremreisen: Risiken werden somit kalkulierbarer. Dieses 384 Seiten umfassende Taschenbuch umfasst im Wesentlichen folgende Kapitel:
Sahara per Motorrad:
- Vorbereitung
- Technik
- Kraftübertragung
- Motor
- Fahrwerk
- Bedienungselemente
- Umbauten
- Wartung und Reparatur
Ausrüstung
- Welche Enduro darf es sein?
- Reserven, Gepäck, Beladung und Bekleidung
- Fotografie
Durchführung
- Wüstengeländearten und Fahrtechnik
- Orientierung
- Übernachten in der Wildnis
Notfälle auf Wüstenreisen
- Medizinischer Ratgeber
- Medizinische Vorbereitung
- Medizinische Ausrüstung
- Krankheitsbilder
- Unfall! Was tun?
- Verletzungen
- Sonstige Beschwerden
- Wieder daheim
Noch ein Buch hat sich in der Töff-Fernreiseszene einen guten Namen gemacht: «Einfach losfahren!?» vom Verlag Klaus Demel. ISBN: 3-9807673-1-0 Der Fernreiseratgeber unterteilt sich in folgende Kapitel:
- Vorwort
- Das Wichtigste - einfach losfahren!
- Wie teuer ist das Reisen - zwischen Hilton und Straßengraben
- Ohne Moos nichts los - wie komme ich zu Geld?
- Mit der Goldwing durch die Wüste - oder welches Motorrad ist das beste?
- Umbauten des Motorrads - wieviel "Verschlimmbesserung" braucht man?
- Der letzte Kundendienst und die Zeit danach - Ausbildung als Mechaniker nötig?
- Ausrüstung - wie man sich bettet, so liegt man Gepäckauswahl - Luftpumpe oder Nutella?
- Multimedia - Fotoapparat, Videokamera, Discman und Notebook
- Beladung - wo soll ich sitzen?
- Wie kann ich mit dem Ding noch fahren? - Oder wie kann ich es lernen?
- Wie viel Sicherheit tut gut? - T-Shirt oder Ritterrüstung
- Auch der Körper braucht etwas "Kundendienst und Pflege" - wie ich gesund bleiben kann
- Bürokratische Hürde,n welche Papiere brauche ich wirklich?
- Versicherungen für alle Fälle...
- Reisepartner - von Liebe, Hass und Eifersucht
- Wie gefährlich ist das Reisen?
- Navigation - wo bin ich, und wo will ich hin?
- Verständigung - Fremdsprachen sind nicht alles
- Ein ganz normaler Reisetag - über die Illusion so viel Zeit zu haben...
- Erinnerungen eines Motorrads
- Wo alle Strassen aufhören - Motorrad- und Personentransport
- Motorradkauf und -verkauf im Ausland
- Die Rückkehr - damit aus Hoffnung nicht Frust wird
- Philosophische Reisebetrachtungen
Empfehlenswerte Adressen:
Luft- und Seefracht: GS-Sportreisen, München,
Telefon: +49/(0)89/27818484, Internet: www.gs-sportreisen.de
Seefrachtspezialist für Afrika: TCI Transcontainer International GmbH, Afrikastrasse 2, Hamburg, Telefon: + 49 (40) 413640, Internet: www.tci-logistics.com
Tankumbauten: Johann Hartmann, Wigetshof 444, Oberhelfenschwil, Telefon: 071/983 24 40, Internet: www.enduro-manufaktur.ch
Motorradumbauten, Ausrüstung, GPS-Navigation, Camping, Spezialteile:
SK-Motoparts (Touratech), Diessenhofenerstrasse 14b, Schlatt, Telefon: 052/654 38 13, Internet: www.touratech.ch
Ausländische diplomatische Vertretungen in der Schweiz und Sicherheit: www.eda.admin.ch; Sicherheit: CIA - The World Factbook: www.odci.gov/cia/publications/factbook
International gültige Haftpflicht-Fahrzeugversicherungen:
GS-Sportreisen, München,
Telefon: +49/(0)89/27818484, Internet: www.gs-sportreisen.de.
Carnet de Passages
TCS Touring Club Schweiz, Telefon: 022/4172267, e-mail: gsiekirerski@tcs.ch
Gesundheit
Ostschweizer Infostelle für Reisemedizin, St. Gallen, Internet: www.osir.ch;
Schweizerische Arbeitsgruppe für Reisemedizinische Beratung, Internet: www.safetravel.ch.
Impfzentrum Baden; www.impfzentrum.ch
Namibia-Reiseinfos
Internet: www.namibia.de; www.namibia-info.net
Töff in Namibia einstellen
Hotel Trans Kalahari Inn & Campsite
Zwischen Windhoek und dem internationalen Flughafen, direkt an der B6: PO. Box 11084, Windhoek, Namibia. Telefon: +264 (0)61 22 28 77, Fax +264 (0)61 22 03 35. E-mail: woodway@namibnet.com