Kleines Schaffhausen grosses Fahrvergnügen

Schaffhausen

Von Dimitri Hüppi
13.09.2017 13:22:45

Schaffhausens schöne historische Altstadt ist bekannt. Vermutlich eher weniger, dass man sich hier auch prächtig mit dem Töff vergnügen kann.

Geht es Ihnen nicht auch manchmal so: Sie sind schon hundertmal durch ein Gebiet gefahren, kennen aber praktisch nur die Transitrouten? Nach rund 200 hauptsächlich im Kanton Schaffhausen kreuz und quer gefahrenen Kilometern halten wir fest: Die 298 Quadratkilometer, die überwiegend auf der rechten Rheinseite liegen, bieten viele kurvige, landschaftlich schön eingebettete und ziemlich wenig befahrene Strecken, die zum genussvollen Töfffahren bestens taugen!

Nach dem Auftakt in Eglisau mit Bade- und Einkehrmöglichkeiten direkt am Rhein schneiden wir Rüdlingen an, das zusammen mit Buchberg als Schaffhauser Exklave zwischen Eglisau und Flaach (berühmt für seinen Spargel) liegt. Flott gehts nach Rheinau und nach dem ersten Abstecher auf deutsches Gebiet (Altenburg) gehts auch schon wieder in die Schweiz. Nun rollt die für sportliches Touring bestens geeignete Kawasaki Ninja 650 auf Schaffhauser Boden und eine der berühmtesten Attraktionen der Schweiz, der Rheinfall, lässt nicht lange auf sich warten! Kurzer Fotostop, und wenig später geht die Gaudi mit dem ersten Aufstieg nach Lohn auf 632 m ü.M. weiter. Danach ein flott-geschwungener Wechsel in den südöstlichen Teil des Kantons. In Dörflingen gilt es die Abzweigung Richtung Rand­egg nicht zu verpassen, dann aber nicht Randegg (D), sondern das direkt am Rhein und vis-à-vis vom malerischen Diessenhofen TG liegende Gailingen ansteuern. Bald nach Ramsen SH erreichen wir Bietingen, wo die A81 nach Stuttgart startet. Diesmal gehts aber zurück über die Grenze (je nach Tageszeit Rückstau!) und bei der Shell-Station sofort wieder links weg von der Transitachse über Dörflingen und durch die deutsche Exklave Büsingen (Strandbad mit flachem Einstieg) den Rhein entlang Richtung Schaffhausen. Es folgen ein zweiter Aufstieg nach Lohn und ein weiterer Abstieg nach Thayngen (natürlich auf anderen Wegen) sowie einige Kilometer auf deutschem Gebiet, wo die Bögen zur Abwechslung sich weiten.

Ab Tengen jedoch mehren sich wieder die kleine Strässchen, teils durch lauschige Wälder und plätschernden Bächlein folgend. Im letzten Drittel der Tour passieren wir den Grenzübergang Bargen, wo wir auf der Autostrasse A4 bleibend mit Tempo 100 flott und trotzdem schwungvoll vorankommen. Den von uns anschliessend gefahrenen Weg via Hemmental nach Beggingen empfehlen wir nicht. Der darin enthaltene zwei Kilometer lange Kies-Abschnitt ist zu verdichtet, um als «offroad» zu gelten und doch wird alles staubig – Tempo 40 gilt obendrein. Alternativ raten wir zur Fahrt über Neuhausen hin zur finalen Schlaufe ins Anbaugebiet des Hallauer Weins.

Diese Tour
fährt man zwar auf engstem Raum, aber bis auf wenige Meter kein Stück zweimal, sofern man bei den Abzweigungen und den geplanten Schlaufen aufpasst (Vorsicht bei Verfahrern und dann folgenden GPS-Neuberechnungen). Bade- und Picknickgelegenheiten findet man genauso viele wie Restaurants und Möglichkeiten zur Erweiterung der Runde.

Eine Schweizer und eine deutsche Telefonkabine nebeneinander? Das gibt es in der deutschen Exklave Büsingen, die rechtsrheinisch an den Kanton Schaffhausen und linksrheinisch mit dem Rhein als Grenze an die Kantone Thurgau und Zürich stösst. Eine Schweizer und eine deutsche Telefonkabine nebeneinander? Das gibt es in der deutschen Exklave Büsingen, die rechtsrheinisch an den Kanton Schaffhausen und linksrheinisch mit dem Rhein als Grenze an die Kantone Thurgau und Zürich stösst. © Dimitri Hüppi