BMW Connected Ride

Mehr Sicherheit

Von Moritz Meyer
22.04.2009 14:10:36
Tolle oder volle Kontrolle: Schritt in die Zukunft, mit dem Assistenzsystem-Prototypen von BMW.

Der Mensch leistet beim Lenken eines Motorfahrzeugs weit mehr, als ihm die Natur ursprünglich zugemutet hat. Dass er dies überhaupt schafft, ist ein Beweis dafür, wie entwicklungsfähig die Krone der Schöpfung ist. Oft werden jedoch die Grenzen seiner Fähigkeiten tangiert, wenn nicht gar überschritten. Und da tut der Mensch das, was schon in vielen Fällen geholfen hat, wenn die von der Natur gegebenen Fähigkeiten nicht ausreichten: Die Technik muss als verlängerter Armder Intelligenz die Situation meistern.

Für die Motorradfahrer
Motorradfahrer sind an Kreuzungen meist der unterlegene Partner, auch wenn sie vortrittsberechtigt sind. Schön zu wissen, dass sie im Rahmen der allgemeinen Forschung zur Verbesserung der Sicherheit an Kreuzungen besonders pfleglich behandelt werden. Der Querverkehrsassistent von Connected Ride ist Teil des in Deutschland
durchgeführten Förderprojektes Aktiv (Adaptive und kooperative Technologien für den intelligenten Verkehr). Es wird von mehreren Unternehmen partnerschaftlich entwickelt und ist Teil eines EU-Programms, das seinerseits auf die schon fortgeschrittene Entwicklung in den USA ausgerichtet ist. Ähnliche Entwicklungen
in Japan (Honda) sollen ebenfalls integrierbar sein.

Das ist eine unabdingbare Notwendigkeit, denn das System kann nur funktionieren, wenn möglichst alle Verkehrsteilnehmer integriert sind. Vorerst konzentrieren sich bei BMW die Bemühungen natürlich auf Europa und das Motorrad als besonders gefährdete Spezies.

Das Ziel besteht darin, die Aufmerksamkeit von Autofahrern
auf potenziell kritische Kreuzungssituationen zu lenken. Wenn sie den Vortritt zu gewähren haben, werden sie in kritischen Situationen, wo sie
diese Tatsache zu übersehen scheinen, so gewarnt, dass sie ihr Fahrzeug noch vor der Haltelinie zumStehen bringen können.
Anderseits werden sie so spät informiert, dass die Warnung
nur bei akuter Kollisionsgefahr erfolgt.

Weitere Anwendungen sind möglich…
Die Basis für das System stellen die in der herstellerübergreifenden
Arbeitsgruppe Car2Car Communication Consortiumstandardisierten
Protokolle und Frequenzen dar. Für die unerlässliche sehr genaue
Bestimmung der Position der Fahrzeuge verfügen Auto und Töff über eine Funkverbindung nach dem WLAN-Standard sowie ein Differential Global Positioning System (DGPS). Vorerst halten sich die involvierten
Kreise in einem begrenzten Umfeld, das bei Bedarf erweitert werden kann. Zu denken sind etwa Ampelphasenassistenten, lokale Gefahrwarnungen, Stauwarnungen von Fahrzeug zu Fahrzeug oder gar Warnungen vor schlechten Strassenverhältnissen (Glatteis, Nebel).

Eine Gefahr ist darin zu sehen, dass die Gruppe der informierten
Kreise wesentlich und möglicherweise ohne Wissen des Einzelnen erweitert werden kann. Dann fährt der grosse Bruder überall mit…

Die umfangreiche Anlage wird noch wesentlich verkleinert Die umfangreiche Anlage wird noch wesentlich verkleinert © BMW