Bike-Build-Off
Schweiss und Blut
Zwei Custom-Schmieden treten gegeneinander an und zimmern in nur vier Tagen ein Einzelstück. Das ist wenig Zeit, denn es handelt sich dabei keineswegs um Show-Kreationen à la MTV (aussen hui, innen pfui), sondern um reale Projekte mit Strassenzulassung. Im Rahmen der Custom- und Tuning-Show Swissperformance fand an der Swiss Moto zum vierten Mal in Folge der von Organisator Ruedi Steck ins Leben gerufene Bike-Build-off statt. Ursprünglich war die Veranstaltung als Wettbewerb erdacht, bei dem das Publikum den Sieger zu küren pflegte. Da sich die hiesigen Projekte durch stark ungleiche Themen und Zielsetzungen nicht vergleichen lassen, gehen beide Teams zu Recht als Gewinner hervor. Sie haben dank penibler Organisation und Fleiss pünktlich zum Ende der Messe zwei beeindruckende Bikes fertig gestellt.
Das Team PM-Performance aus Aspi (BE) ersann ein Projekt auf Buell-XB12S-Basis: Für die opulente Optik sorgt der monströse 240er-Schlappen in Kombination mit einem selbst entwickelten Heckumbau. Die klaustrophobischen Platzverhältnisse im Rahmen erfordern einiges an Erfindergeist: Sascha, Geschäftsführer und Mitinhaber, erklärt die Massnahmen:
Kettenantrieb mit selbst entwickelter automatischer Spannrolle, modifizierte OEM-Schwinge, um Platz für die verbreiterte Felge zu schaffen, welche dank einem Stossdämpfer-Unikat von HyperPro ihr Niveau behält. Das hauseigene Lifter-Kit sorgt dafür, dass das Heck in Streetfighter-Manier den Blick auf den fetten Conti freigibt. Teamkollege Tam widmete sich dem Airbrush-Lackkleid im Guinness-Look. Und dies live vor den faszinierten Schaulustigen, trotz fiesen Lichtverhältnissen in der Halle. Abgerundet wird das Buell-Ensemble von feinsten Goodies, wie einer gefrästen Rastenanlage (R&R) oder dem Lenker mit innen liegender Verkabelung.
Nebenan machte sich GoodDrive aus Gretzenbach (SO) ans Werk und erschuf den Chopper Big Bear «Athena» mit edlem S&S-1640-ccm-Aggregat. Auch Reto Schatzmanns Team krampfte über 200 Stunden. Zusätzlich flossen 150 in das vorgängig ausgeführte Airbrush. An den filigranen Rahmen wurden nur feinste Komponenten geschraubt: Ein höhenverstellbares Air-Ride-Fahrwerk, schmucke 120-Speichen-Felgen mit 300er-Walze hinten, eine klassische Springer-Gabel und viele andere, leckere Zutaten fügten sich langsam, aber stetig zu einem Traumbike zusammen. Zum Genuss der Zuschauer erwachte der Twin bei der Premiere mit Short-Pipes zum Leben. Grollend, spuckend und Flammen schiessend bedankte er sich mit viel Lebensfreude bei seinen stolzen Erbauern.









