Via Secura
Am Ziel vorbei
Das Verkehrsdepartement von Bundesrat Leuenberger beharrt unbeirrt auf dem Repressionspaket Vision Zero, welches jetzt Via Sicura heisst: Die Vision, Strassenverkehr ohne Getötete und Schwerverletzte – ein Märchen aus dem Reich der Träume. Greifbare Erfolge auch: Die Zahl der Verkehrsopfer in der Schweiz steigt. Leuenbergers lukratives Instrument für Überwachung, Gängelung und Kontrolle erweist sich als wirkungslos.
Verkehrsminister Zero: Fakten
Das Massnahmenpaket sollte bis 2010 zu
einer Reduktion der Anzahl Getöteter auf maximal 300 und die der
Schwerverletzten auf maximal 3000 führen. Die Realität hat
die Nullvisionäre nun eingeholt. 2007 starben auf unseren
Strassen 384 Menschen (2006: 370/plus 4%), 5235 wurden schwer
verletzt (2006: 5066/plus 3%). Dies ergab die jährliche Erhebung
der bfu (Beratungsstelle für Unfallverhütung) bei den
kantonalen Polizeistellen. Leider besonders auffällig ist die um
19% (von 69 auf 82) gestiegene Zahl der tödlich verunfallten
Töfffahrer. Bundesrat Leuenbergers Vision von null
Verkehrstoten ist und bleibt trotz fanatisch propagierter,
rigoroser Restriktionen, trotz Kriminalisierung der
Verkehrsteilnehmer, saftiger Bussen und der totalen Radarüberwachung
nur ein Hirngespinst.
Via Sicura: Der totale Flop
Denn im Gegensatz zur miserablen
Schweizer Unfallbilanz sind die Statistiker in Südtirol – und
selbst in Deutschland, wo markant schneller gefahren werden darf –
wesentlich zufriedener als hierzulande: 2007 wurden nach vorläufigen
Ergebnissen des Statistischen Bundesamts Wiesbaden auf Deutschlands
Strassen 4958 Personen getötet (Vorjahr 5091) und 431 683
verletzt. Damit hat sich die günstige Entwicklung der letzten
Jahre in unserem Nachbarland fortgesetzt. Die Zahl der Todesopfer ist
so niedrig wie nie zuvor seit Einführung der
Strassenverkehrsunfallstatistik.
Südtirol vermeldet markante Erfolge bei der Vermeidung tödlicher Töffunfälle: Die zuständigen Behörden in Bozen haben sich weniger mit Kampagnen gegen Motorradfahrer beschäftigt, sondern vielmehr nach Lösungen unter Einbeziehung der Zweiradfahrer gesucht. Das Ergebnis? Beeindruckend! In den letzten zwei Jahren verunglückten deutlich weniger Motorradfahrer tödlich. Waren 2005 noch 28 Opfer zu beklagen, ein absoluter Negativrekord in Südtirol, so hat sich die Zahl im Jahr 2006 um mehr als ein Drittel verringert. 17 Menschen verloren ihr Leben bei Motorradunfällen. 2007 sank die Anzahl der Unfalltoten weiter beträchtlich – es gab noch 12 tote Töfffahrer. Jeder einzelne Fall ist tragisch und macht betroffen.
Minus 30, statt plus 19
30 Prozent weniger getötete
Töfffahrer in Südtirol, 19 Prozent mehr hierzulande –
ein vernichtendes Zeugnis für die Leuenberger’schen
Repressions-Strategien. Man muss sich das einmal vorstellen: Im Jahr
2006 wurden in der Schweiz 97 000
Verbrechen und Delikte mit erteilten Strafurteilen abgeschlossen. 54%
aller Urteile betrafen Verkehrsdelikte! Jedes Jahr wird in der
Schweiz eine Stadt der Grösse Luzerns zu Vorbestraften
gestempelt – wohlgemerkt ohne zu mehr Sicherheit auf Schweizer
Strassen zu führen. Im Gegenteil! Bundesrat Leuenberger sollte
endlich die Verantwortung übernehmen, Konsequenzen ziehen und
das Volk mit seinen «Visionen» künftig verschonen.
Südtirol zeigt, wie man es macht: Aufklärungs- statt
Hetzkampagnen, bauliche Massnahmen, Schulung und Erziehung zur
Eigenverantwortung sind erfolgreicher im Kampf gegen den Unfalltod,
als Gängelung und totale Kontrolle. Die Sicherheit scheint
jedenfalls bei den Verkehrsteilnehmern Südtirols wieder in den
Vordergrund gerückt zu sein. Für den Anstieg der
Verkehrstoten in der Schweiz ist der Verkehrsminister mit
verantwortlich.
Endlich ein Strategiewechsel?
Wenigstens die bfu scheint seit dem
10vor10-Beitrag vom 08.07.08 (www.sf.tv/sf1/10vor10) zu den
gestiegenen Töffunfällen erstmals zur Sachlichkeit
zurückgefunden zu haben (Kästen). Endlich wird ein
«Sicherheitsdossier Motorradverkehr» erarbeitet, das sich
vertieft mit den Unfallursachen befasst und nächstes Jahr
publiziert werden soll.
Die deutschen Statistiker sind da schon weiter: Besonders auffällig ist dort die Altersgruppe der 45- bis 49-Jährigen. Die Zahl der getöteten Verkehrsteilnehmer in diesem Alter hat von Januar bis August 2007 am stärksten mit 30% auf 297 zugenommen. Dieser Anstieg ist vor allem auf mehr getötete Motorradbenutzer dieser Altersgruppe zurückzuführen.
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sagt … |
Theodor Klossner -Der Präsident der IG Motorrad zur
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