| Via Sicura: Weitere Reduktion der Tempolimiten in der Schweiz? |
BfU: Tempolimiten?
Jedoch der Zusammenhang – höhere Geschwindigkeit führt zu mehr Unfällen – den das BfU so gerne postuliert, hält einer seriösen wissenschaftlichen Betrachtung nicht stand: Der Verband «Strasse Schweiz» hat eine Studie veröffentlicht, die belegt, dass in 85 Prozent aller Unfälle die signalisierte Geschwindigkeit eingehalten wurde. Mit einer weiteren Reduktion der Tempolimiten ist also keine prägnante Reduktion der Unfallzahlen zu erreichen. Auch der Einfluss der bereits bestehenden Limits auf das Unfallgeschehen darf entgegen der Behauptungen der BfU-Statistiker in Frage gestellt werden: In Deutschland, wo markant schneller gefahren werden darf, wurde jetzt die niedrigste Quote von Unfalltoten seit Einführung der Statistik im Jahr 1953 registriert. Für 2007 zählte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden 4970 Verkehrstote, das waren 2,4 Prozent weniger als 2006. Im Unterschied zum allgemeinen Rückgang stieg jedoch auch in unserem Nachbarland die Zahl der getöteten Töfffahrer: um 5,2 Prozent auf 803 Personen. Gründe dafür sehen deutsche Experten unter anderem im milden Frühjahr ’07. Schon im März waren ungewöhnlich viele Motorradfahrer auf den Strassen. Ein überdurchschnittlicher Anstieg der Unfallzahlen zu Saisonbeginn normalisierte sich in der zweiten Jahreshälfte ’07 wieder.
Bemerkenswert: Deutschland ist zehn Mal grösser als die Schweiz. Auch bei den UnfallZahlen – 82 Tote in der Schweiz stehen 803 getötete Motorradfahrer in Deutschland gegenüber. Die Zahlen unterscheiden sich prozentual also kaum. Die Tatsache, dass im Nachbarland markant schneller gefahren werden darf, macht die Absurdität der dogmatischen BfU-Geschwindigkeitsdebatte deutlich. Dass andere Massnahmen verfolgt werden müssen, liegt auf der Hand: Verkehrserziehung, Perfektionstrainings, ABS, strassenbauliche Massnahmen, und das Motorrad muss in der Ausbildung angehender Autofahrer verstärkt thematisiert werden.