Interview

Christoph Attiger im Gespräch

Von Daniele Carrozza
29.05.2009 11:23:51
Im April hat KTM die Geschäftsführer-Stelle beim Schweizer KTM-Importeur FABAG mit Christoph Attiger neu besetzt.

Attiger (47), nicht zu verwechseln mit seinem Bruder Stephan (Stadtammann Baden), wird auch weiterhin den Bereich Adventure Tours leiten.

Herr Attiger, KTM soll die Produktion zurückgefahren und Mitarbeiter entlassen haben.Wie geht es KTM?
Wir gehören zu den ersten Motorradherstellern, die auf die Krise reagiert haben. Die Belegschaft ist von rund 2200 auf 1800 Mitarbeiter reduziert worden, zeitweise wurde Kurzarbeit eingeführt, und die Produktion wurde um einen Viertel zurückgefahren.

Wie kommt es, dass KTMso hart von der Krise getroffen wurde?
Es ist nicht so, dass KTM härter als andere Hersteller getroffen wurde. Von der allgemein rückläufigen Marktentwicklung sind alle betroffen. In den USA merken wir den Umsatzrückgang, ja, aber da sind wir nicht die Einzigen. Wir arbeiten vorsorglich.

Wie steht es um die Nachfragen nach KTM-Töff in der Schweiz?
Was die Stückzahlen betrifft, bewegen wir uns praktisch gleich wie im Vorjahr. Wir sind also auf Kurs. Ich blicke optimistisch in die Zukunft und gehe davon aus, dass wir die Vorjahreszahlen erreichen werden. Was unsere Kernbereiche betrifft, ist unser Ziel, keine Marktanteile zu verlieren. Und ich glaube, dass uns das gelingen wird.

Dennoch: Es wäre angesichts der angespanntenWirtschaftslage fahrlässig, nicht auch bei uns in der Schweiz zu versuchen, Kosten einzusparen. Für den Fall, dass wir die budgetierten Zahlen nicht erreichen, müssen wir finanziell abgesichert sein.

Was heisst das für KTM FABAG?
Zunächst einmal, dass KTM die Zukunft mit mir beschreiten will. Dann hatte ich gewisse Vorgaben, was die Personalkosten betrifft. So musste ich bei der Zusammenstellung meines Teams drei Stellen streichen.