Triple Crown
Yamaha Motor Racing
Im MotoGP ist das Yamaha-Werksteam derzeit unschlagbar. Ehrfurchtsvoll durften wir die heiligen Hallen betreten.
Zum Test der aktuellen Modelle organisierte der Schweizer Yamaha-Importeur Hostettler AG für Journalisten eine Tour nach Italien. Das Highlight war der Besuch des MotoGP-Werksteams in Gerno di Lesmo bei Monza. Yamaha hat tiefe Wurzeln in unserem Rennsport-affinen Nachbarland. Der damalige Importeur Belgarda vertrieb nicht nur die Bikes, nach der Übernahme durch Yamaha begann 1979 auch die Produktion von Einzylindermodellen. Die Belgarda Yamaha Racing Division (BYRD) bestritt zwischen 1986 und 1996 Paris-Dakar-Rennen. Die Modelle TZR 125, TT 600, MT-03 und die Bulldog kamen aus den hiesigen Fertigungshallen. Diese Ära fand zum Jahreswechsel ihr Ende: Obwohl sich Rossi dagegen zur Wehr setzte, wurde die Produktion nach Spanien verlegt, und offiziell 66 Mitarbeiter verloren ihre Anstellung.
Erfreulicher ist der Erfolg der Yamaha Motor Racing Srl (ähnlich GmbH), die 2009 mit dem FIAT-Team zum dritten Mal die Triple-Crown gewann. Das bedeutet die Fahrer-, die Team- und die Konstrukteurswertung. In der letzten Saison gewann YMR nicht nur MotoGP, sondern mit SBK und Supersport so ziemlich alles, was es zu gewinnen gibt. YMR wurde Ende 1999 unter der Leitung von Lin Jarvis gegründet, war zuerst in den Niederlanden bei Yamaha Motor Europe stationiert und zog 2002 nach Gerno di Lesmo. Im von TÖFF besuchten, 2008 fertiggestellten Neubau finden Administration, Sponsor-Management, Organisation und vor allem die Logistik Platz, denn über 60 Personen (davon 19 FIAT-Teammember) werden ständig durch die Welt befördert. Zudem befindet sich eine kleine Elektronik-Forschungsabteilung im Haus, die mit der Hochschule von Triest jüngst ein Projekt realisierte. Im Engine-Department werden die Motoren des FIAT- und des Tech3-Teams nach den Rennen gewartet oder für grössere Arbeiten nach Japan geschickt. Für Besucher besonders beeindruckend ist die permanente Ausstellung der M1-Renner und -Motoren im Eingangsbereich.
| Im Gespräch mit Rennleiter Lin Jarvis Der 52-jährige Brite ist Managing Director von Yamaha Motor Racing. Er hat sich die Zeit genommen, uns ein paar Fragen zu beantworten.
Mit dem FIAT-Team sind Sie an der Spitze. Das war nicht
immer so... Was haben Sie gemacht? Was geschieht nach Valentino Rossi? Kann einer dieser Fahrer Valentino überhaupt ersetzen? Was halten Sie vom Moto2-Konzept mit Einheitsmotoren? |



