Facelift
Honda Hornet 2011
Wer kennt das nicht? Als der Töfffahrer im Freundeskreis muss man gelegentlich als Berater herhalten, wenn jemand in die aufregende Welt des rauchenden Zweirads eintauchen will.
Dabei möchte man dem Anwärter bei der Wahl der ersten Maschine beistehen. Diese sollte nicht durch schlechte Manieren erschrecken, bezahlbar und natürlich zuverlässig sein. Doch wie das bei manch anderen Dingen des Lebens der Fall ist, ist das Vernünftige nicht unbedingt immer attraktiv. So lautet das japanische Rezept für günstige Naked-Bikes wie folgt: Man nehme den Motor der sportlichen Hubraum-Klassenkameradin, stecke ihn in einen Blechrahmen und schraube billige, aber solide Komponenten dran.
Rundscheinwerfer, Telegabel, Kastenschwinge: So entstehen ehrliche und bezahlbare Töff, die den Sexappeal eines Familienvans besitzen. Aber gibt es ein einsteigertaugliches Bike, das aus dieser Masse heraussticht? Das fragte sich auch Honda und schuf darum 1998 die Hornet: Sie verwendete den Vierzylinder der CBR600F und zeigte mit ihrem frech hochgezogenen Auspuff Ambitionen.
Die 2007 vorgestellte, neue Hornet besitzt das auf Drehmoment getrimmte Herz der CBR600RR (PC40) mit 102PS und einen steiferen Alu-Backbone- Rahmen. Um sie möglichst vom biederen Einerlei abzugrenzen, verpasste man ihr ein für Honda-Verhältnisse ziemlich wildes Design mit Stummel-Dämpfer, kurzem Heck und einer Lampenmaske mit federschmuckähnlichen Ornamenten ohne erkennbare Funktion. Das jetzt erschienene Faceliftmodell für 11890 Franken hat sich optisch beruhigt und wirkt hochwertiger. Harmonisch fassen die alufarbenen Winglets den Scheinwerfer ein, und das Heck weiss jetzt, in welche Richtung es zeigen soll.
Eine veränderte Gabelbefüllung, ein optimiertes Mapping: Technisch wurde wenig verändert, und das ist gut so. Die kompakte 600er ist ein Fühl-dich-sofort-wohl-Töff ohne Tücken. Sie lässt sich im Alltag mühelos bewegen. Doch sobald man die Hornisse von der Leine lässt, kommen ihre Supersport- Gene zum Vorschein: Das Fahrwerk besitzt Reserven, und der Vierzylinder dreht rau und mit akustischem Drama in den Begrenzer bei 13'000/min. Das lässt dem Einsteiger fahrerisch betrachtet ordentlich Aufstiegsmöglichkeiten. Das raffinierte CBS-ABS sorgt dafür, dass daraus keine Abstiegsmöglichkeiten werden. Die Hornet verdient das Prädikat: sehr empfehlenswert.
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Honda CB600F Hornet
Auf den Punkt gebracht Vom Fahranfänger bis zum routinierten Landstrassenräuber: Die Hornet passt! + Für 600ccm erstaunlich druckvoll + Fahrwerk mit ordentlichen Reserven + C-ABS: zurückhaltend und effektiv + Soziusplatz ohne Yoga nutzbar – Kupplungshebel nicht einstellbar – Leichtes Vierzylinder-Kribbeln – Hinterer Schmutzfänger ist Zubehör
Honda Suisse SA, 10, rte des Moulières, 1214 Vernier-Genève, hondamoto.ch. In Schwarz, Weiss und natürlich Gelb. |


