195 PS: Neuer 1199-Superquadro-V2 von Ducati.
195 PS: Neuer 1199-Superquadro-V2 von Ducati.

Ducati 1199 Panigale

1199-Superquadro-V2

Von Daniele Carrozza
28.10.2011 16:05:26

In wenigen Tagen wird Ducati an der EICMA das neue Superbike 1199 Panigale vorstellen. Wir bringen schon heute die Eckdaten und erste offizielle Bilder des neuen, 195 PS starken «Superquadro»-Antriebs.

851, 888, 916, 996, 998, 999, 1098, 1198 und neu  1199 Panigale. Die glorreiche Geschichte der Superbikes von Ducati begann Ende der 1980er-Jahre und war für den Markterfolg des Herstellers aus Bologna von entscheidender Bedeutung. 14 Weltmeister- und 17 Konstrukteurstitel sicherten sich die Roten in der Superbike-WM seit deren Lancierung im Jahr 1988.


2012 eröffnet Ducati mit der komplett neuen 1199 Panigale (so wird sie definitiv heissen) nun das neunte Kapitel in der Desmoquattro-Erfolgsstory. Während bei den Vorgängerinnen der 1199 jeweils ausschliesslich der Hubraum namensgebend war, kommt bei der 1199 neu der Namenszusatz Panigale hinzu. Panigale bezieht sich dabei auf jenen Stadtteil von Bologna, in dem Ducati zu Hause ist: Borgo Panigale.


Inzwischen ist so gut wie sicher, dass die Neue über einen Aluminiumrahmen ähnlich dem der MotoGP-Desmosedici verfügen wird. Zudem scheint sich Ducati von den Auspuffdämpfern unter dem Heck verabschiedet zu haben. Der Auspuff sitzt neu vorbildlich massenzentralisiert unter dem Motor.


Bei dem wegen seines extremen Verhältnisses zwischen Bohrung und Hub «Superquadro» genannten Antrieb handelt es sich nach wie vor um einen 90-Grad-V2 mit desmodromisch gesteuerten Ventilen. Allerdings wurde er als tragendes Element um sechs Grad nach hinten gedreht, sodass der V2 zwecks optimierter Gewichtsverteilung neu 32 mm weiter vorne untergebracht werden konnte. Das Gehäuse ist im bekannten Vacural-Vakuum-Druckgussverfahren gefertigt, verfügt neu aber wie bei der Desmosedici über integrierte Zylinder. Die Zylinderköpfe werden damit direkt am Gehäuse verschraubt, was strukturelle Vorteile und eine kleinere Dimensionierung des Antriebs mit sich bringt.


Bohrung und Hub wurden von 106 x 67,9 mm bei der 1198 S Corse auf 112 x 60,8 mm und damit auf extremen Kurzhub gebracht. Der neue Kraftwürfel leistet so 195 PS bei 10‘750/min und ist damit nicht weniger als 25 PS (!) stärker als der potenteste Testastretta-Desmoquattro. Das maximale Drehmoment ist von 131,4 auf 132,4 Nm gestiegen.


Die um 6 mm vergrösserte Bohrung erlaubt es, Ventile mit grösserem Tellerdurchmesser zu verbauen. Die Einlassventile (neu aus Titan) sind um 3,3 auf 46,8 mm und die Auslassventile gar um 3,7 auf 38,2 mm angewachsen. Mit diesen Dimensionen ist der Superquadro-V2 in der Lage, ein bedeutend grösseres Benzin-Luftgemisch-Volumen zu verarbeiten. So wurden neue und grössere elliptische Drosselklappenkröper (Ride by Wire) mit je zwei Injektoren pro Klappe entwickelt.


Alle Traditionen wirft Ducati bei der Steuerung der Nockenwellen über den Haufen. Wurden Letztere seit 1979 ausschliesslich über Zahnriemen angesteuert, kommt neu eine Konstruktion aus Ketten und Zahnrädern zum Einsatz. Der Grund: Ein klassischer Zahnriemenantrieb wäre laut Ducati nicht in der Lage, mit der astralen Rotationsgeschwindigkeit der vier Superquadro-Nockenwellen präzis fertigzuwerden.


Ebenfalls neu sind ein ausgeklügeltes Dekompressionssystem zur Starthilfe, wodurch eine kleinere Batterie verbaut werden konnte (minus 3,3 kg), die Kupplung im Ölbad (Premiere an einem Ducati-Superbike), eine neuartige Ölpumpe und die Einführung wählbarer Mappings. Die Traktionskontrolle DTC dürfte auch bei der Panigale zum Einsatz kommen. Sehr erfreulich sind schliesslich die Wartungsintervalle von 24‘000 km.

Steuerung der Nockenwellen neu über Ketten und Zahnräder. Steuerung der Nockenwellen neu über Ketten und Zahnräder.
Gehäuse neu mit integrierten Zylindern. Gehäuse neu mit integrierten Zylindern.
Ducati 1199 Panigale Ducati 1199 Panigale