BMW: Jahrgang 2009

BMW in Kampfeslaune

Von Michael Kutschke
02.12.2008 14:27:28
Aufbruch in neue Welten. BMW zeigte in Mailand die neue F 800 R und die Konzeptstudie Lo Rider.

Für BMW macht es Sinn, sich in neuen Segmenten hervorzutun. Denn als besonders erfolgreich in der laufenden Saison erwiesen sich einmal mehr die Verkäufe der grossen Reise-Enduros R 1200 GS und GS Adventure. Bis einschliesslich September konnte BMW knapp 30 000 Einheiten an seine Kunden ausliefern. Das sind fast 5000 mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Da wäre es doch wünschenswert, weitere Topseller platzieren zu können: BMW erbringt immer wieder Pionierleistungen – auch bei Fahrzeugkonzepten. Das trifft sowohl auf die neue F 800 R als auch auch auf die Aufsehen erregende Boxer-Konzeptstudie zu.

Was den Engländern mit der erfolgreichen Triumph 675 Street Triple recht ist, das kann doch den Bayern auch billig sein, mag man sich in München gesagt haben. Mit der neuen F 800 R vollzieht BMW Motorrad nun eine attraktive und günstige Erweiterung der F-800-Modellreihe und präsentiert einen sportlichen, auf hohe Fahrdynamik und maximalen Fahrspass ausgelegten Roads-ter im Segment der Mittelklasse-Naked-Bikes – zum Kampfpreis von 12 500 Franken.

Damit ist die BMW-F-Familie komplett. Ähnlichkeiten der F 800 R zur K 1300 R sind nicht zufällig, sondern beabsichtigt. Mit niedriger Sitzhöhe empfiehlt sich dieses Motorrad gleichermassen sehr ambitionierten Fahrern und Neueinsteigern. Als Antrieb der F 800 R dient der aus den anderen F-Modellen bekannte Parallel-Twin mit Vierventiltechnik und 798 cm3 Hubraum.

Kürzere Getriebeübersetzungen der Gänge vier bis sechs sorgen für besseres Durchzugsvermögen des Zweizylinders. 87 PS und 86 Nm Drehmoment bei etwa 6000 Touren und 182 kg Trockengewicht dürften für mehr als zufriedenstellende Fahrleistungen sorgen. Laut Hersteller soll der nicht sonderlich kurzhubig ausgelegte Vierventiler bereits bei 5000 Touren 90 Prozent des Drehmomentmaximums abgeben. Der Sekundärantrieb wurde wie bei den F-800-GS-Modellen mit einer O-Ringkette realisiert.

Ein Streetfighter ist Ihnen zu sportlich? Eine Harley zu unsportlich? Genau in diese Lücke zielt die Konzeptstudie BMW Lo Rider mit einem Stilmix aus klassischen Cruiser-Elementen und Hightech-Musclebike.

Zwei Fragen standen laut BMW bei der Gestaltung des Motorrades im Vordergrund. Zum Ersten: Welches Potenzial steckt im BMW-Boxer-Konzept noch nach 85 Jahren, um erneut etwas grundsätzlich Neues zu kreieren? Zum Zweiten: Wie könnten Kunden ihr Motorrad ab Werk selbst individualisieren?

Über eine eventuelle Serienproduktion des Lo Rider schweigen sich die Münchner allerdings aus.

Die Rezeptur der Studie, Drahtspeichenfelgen mit Wave-Bremsscheiben, Upside-Down-Telegabel und Scrambler-Tüten zu mischen, könnte ein neues Bike-Segment begründen, das auch bei Herstellern ausserhalb Bayerns für neuen Appetit sorgen wird.

Pimp your Boxer - ab Werk. Beim Lo Rider soll der Kunde selbst Designer werden Pimp your Boxer - ab Werk. Beim Lo Rider soll der Kunde selbst Designer werden © BMW
Die Maschine ist im Baukastensystem konzipiert Die Maschine ist im Baukastensystem konzipiert © BMW
Kombinierbar sind zahlreiche Sitzbänke... Kombinierbar sind zahlreiche Sitzbänke... © BMW
... Auspuffanlagen, Frontpartien und Farbgebungen für die Motorgehäuse ... Auspuffanlagen, Frontpartien und Farbgebungen für die Motorgehäuse © BMW